Research | Longevity | Gesunde Langlebigkeit
Geschäftsideen für Gesundheit und Wohlbefinden
Gesund ein hohes Alter erreichen. Aus diesem Wunsch vieler Menschen ist in den letzten Jahren das facettenreiche Megathema gesunde Langlebigkeit beziehungsweise Longevity entstanden. Bis zum Lebensende sollen umfassendes physiches und mentales Wohlbefinden erhalten und vielleicht sogar gesteigert werden. Noch haben sich die neuen Begriffe nicht vollständig in der Gesellschaft durchgesetzt; aber der aus dem Longevity-Gedanken entstandene Gesundheits- und Wellnesstrend ist an vielen Stellen spürbar. Er verändert das Leben der Menschen, hat entsprechend Einfluss auf Branchen und Märkte. Vielfach entstehen innovative, lösungsorientierte Konzepte, die teilweise auch auf Kooperationen und Allianzen beruhen.
Als umsetzungsorientierte Strategie- und Kommunikationsberater unterstützen wir Unternehmen und Kommunen, ihre damit verbundenen Chancen zu entdecken und zu realisieren. Dabei werden wir sowohl in der Früh- und Gründungsphase (Start-up) als auch der Entwicklungs- und Wachstumsphase tätig. Ausgangspunkt einer Zusammenarbeit ist in vielen Fällen das themenspezifische Research von Boedecker.Colleagues, dessen allgemeinen Ergebnisse diese Seite grob zusammenfasst. Sie lassen sich im ersten Schritt projektbezogen vertiefen, um anschließend Geschäftsideen, Geschäftsmodell, Unternehmens- und Markenstrategie zu entwickeln und zu optimieren. In der darauf folgenden Realisationsphase gestalten wir gemeinsam Innovationsmanagement, Unternehmens- und Finanzkommunikation sowie Personalmarketing.
Longevity als neuer Lebensstil
Plakativ ist mit den Begriffen gesunde Langlebigkeit und Longevity die Idee verbunden, das biologische Alter langsamer als das durch den Zeitpunkt der Geburt bestimmte chronologische Alter steigen zu lassen. Konkreter bedeutet dies, die Gehirngesundheit (Brain Health) zu erhalten sowie typische Alterserkrankungen (Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Krebs, Diabetes, neurodegenerative Erkrankungen) zu vermeiden oder frühzeitig zu heilen. Eng damit verbunden ist das Ziel, altersassoziierter Verwundbarkeit beziehungsweise Gebrechlichkeit (Frailty) vorzubeugen sowie körperliche Reserven für den Eventualfall zu schaffen. Im Ergebnis soll die Zahl der gesunden Lebensjahre beziehungsweise die Healthspan gesteigert werden. Dagegen hat das Ziel, die maximal erreichbare Lebensdauer beziehungsweise theoretische Lebensspanne (Lifespann) zu steigern, aktuell wenig praktische Bedeutung.
Das wirklich Neue am Thema Longevity ist nach Einschätzung von Boedecker.Colleagues der damit verbundene Perspektivenwechsel. Steht traditionell das Behandeln von Krankheiten im Fokus, wird der Blick nunmehr verstärkt auf das Entstehen von Gesundheit beziehungsweise die Salutogenese gelenkt. Dadurch wachsen Informationsbedürfnisse und Eigenverantwortung der Menschen. Entsprechend steigt das Interesse an konkreten gesundheitsbezogenen Lösungen. Im deutschsprachigen Raum zählt inzwischen fast jeder Dritte zu den „Health Informers“, die sich aktiv über Themen der gesunden Langlebigkeit informieren. Etwa ebenso hoch ist der Anteil der Menschen unter 45 Jahren, der zukünftig mehr Geld für das eigene Wohlbefinden ausgeben möchte.
Ergebnis sind auch vielfältige Formen der Selbstoptimierung beziehungsweise des Biohackings. Das (gemeinsame) Streben nach gesunder Langlebigkeit und Longevity entwickelt sich zum neuen Lebensstil und zur Selbstverständlichkeit. Zumindest für Teile der jüngeren Generation ist Gesundheit inzwischen auch Statussymbol. Daten zum Schlafverhalten, Körperwerte und biologisches Alter entwickeln sich zu allgemeinen Gesprächsthemen.
Basis für Leistungs- und Geschäftsmodellinnovationen
Damit erfahren auch die Einflussfaktoren zum Steigern der Healthspan mehr Aufmerksamkeit und Interesse. Entsprechende Leistungsangebote werden als „Investitionen in die Zukunft“ verstärkt nachgefragt. Die Longevity-Ökonomie betrifft zunächst gesunde Ernährung und Nahrungsergänzungsmittel (Supplements), Sport und Bewegung, Schlafoptimierung, emotionalen Ausgleich (psychosoziale Hygiene) sowie medizinische Vorsorge (Präventionsmedizin). Für diese Säulen der Longevity entstehen auf Basis neuer wissenschaftlicher Erkenntnisse vielfältige Leistungs- und Geschäftsmodell-Innovationen.
Gleichzeitig ergeben sich durch das Zusammenwirken der einzelnen Faktoren natürlich innovative Möglichkeiten. Dies betrifft beispielsweise Hotellerie und Tourismus, Immobilienwirtschaft und Stadtentwicklung. Nicht zuletzt fließt das Thema Gesundheitsförderung auch in Personalmarketing und Arbeitgebermarken ein. Insgesamt bietet Longevity nach unserer Einschätzung auch im Premiumsegment hohes Differenzierungspotential für Unternehmen, Kommunen und Destinationen.
Ernährung, Lebensmittel, Hersteller und Einzelhandel
Gesündere Ernährung genießt aufgrund von Longevity aktuell große gesellschaftliche Aufmerksamkeit. Generell hält der Trend zur pflanzenbasierten, mediterranen Ernährung an. Der Konsum traditioneller Lebensmittel wie Fleisch und Bier ist rückläufig. Dafür entstehen Ersatzprodukte sowie völlig neue Produktkategorien und funktionale Lebensmittel. Sehr deutlich ist auch der Trend zur personalisierten Ernährung, die beispielsweise auf bestimmte Lebensphasen abgestimmt ist und auf medizinischer Ernährungsberatung basiert. Entsprechende Transformationen werden entlang der gesamten Wertkette von Landwirtschaft, über Lebensmittelproduktion und Lebensmittelhandel bis zur Außer-Haus-Verpflegung mit Gastronomie und institutionalisierter Gemeinschaftsverpflegung sichtbar. Auch bestehen Chancen für Apotheken und Reformhäuser.
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Nahrungsergänzungsmittel, Supplements
Das gesteigerte Gesundheitsbewusstsein lässt immer mehr Deutsche zu Makro- und Mikronährstoffen, sekundären Pflanzenstoffen und anderen Nahrungsergänzungsmitteln (Supplements) greifen. Taditionell werden insbesondere Vitamine und Spurenelemente in konzentrierter Form nachgefragt. Proteinergänzungsmittel haben dem Markt insbesondere als Sports Nutrition in den letzten Jahren einen deutlichen Wachstumsschub gegeben. Zudem gewinnen Darm- und Frauengesundheit aktuell stark an Bedeutung. Aus dem ehemaligen Nischengeschäft mit Nahrungsergänzungsmitteln hat sich ein Milliarden-Markt und eines der am schnellsten wachsenden Gesundheitssegmente entwickelt.
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Sport und Bewegung, Fitness und Wellness
Mit dem Thema gesunde Langlebigkeit beziehungsweise Longevity nehmen viele Menschen auch Sport und Bewegung in einem neuen Zusammenhang wahr. Zudem finden die Wechselbeziehungen zu anderen Longevity-Themen verstärkt Berücksichtiung. Dadurch verändern sich nicht nur bereits lange bestehende Sportarten zu innovativen Lösungsansätzen. Es entstehen auch völlig neue Leistungskategorien unter anderem im Bereich Pilates und Tanz. Daraus resultieren vielfältige Chancen für Einzelhandel, Sportvereine und Fitness-Clubs, Hotellerie und Tourismus. Mehr zu diesen Themen finden Sie hier.
Mentales Wohlbefinden, Lebenslust, emotionaler Ausgleich
Die Bedeutung von mentalem Wohlbefinden (Mentale Fitness) und Lebenslust für gesunde Langlebigkeit beziehungsweise Longevity wird in den letzten Jahren zunehmend deutlich. Von der AOK für das Jahr 2025 durchgeführte Analysen zeigen, dass psychische Erkrankungen zwar nur wenige Prozent der Krankschreibungen verursachen. Daraus resultieren jedoch durchschnittlich fast 30 Ausfalltage beziehungsweise über 40 Prozent der gesamten Ausfallzeiten. Andere Untersuchungen verdeutlichen, das eine lebenjahende Einstellung beziehungsweise Lebenslust die durchschnittliche Lebensdauer deutlich verlängert.
Positiv wirken sich offenbar soziale Kontakte, Optimismus und Lebenssinn, Stressmanagement und ausreichend Schlaf auf das mentale Wohlbefinden aus. Alle Faktoren stärken die persönliche Widerstandsfähigkeit (Resilienz). Sie vermeiden damit chronischen bzw. „oxidativen Stress“. Dieser führt zu einem Überschuss des Stresshormons Cortisol sowie in der Folge Schlafstörungen, Gewichtszunahme und Erschöpfung. Dadurch können neben psychische Erkrankungen (u.a. Abhängigkeitserkrankungen, Depression, Essstörungen) auch „Silent Inflammation“ beziehungsweise Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Stoffwechselstörungen entstehen.
Derzeit analysiert das Research von Boedecker.Colleagues verschiedene Themen rund um Stress und Stressmanagement. Ein Schwerpunkt sind Leistungsangebote, um durch Einsamkeit entstehenden Stress zu vermeiden sowie tiefere soziale Kontakte zu fördern. Zudem beschäftigen wir uns mit Programmen zur individuellen Förderung von Achtsamkeits- und Entspannungstechniken wie Yoga oder Meditation.
Weiter analysieren wir im Rahmen des Krisen- und Innovationsmanagements, wie betriebliche Stressursachen durch Optimieren von Leistungsangebot und Leistungserstellung zu beseitigen sind sowie das mentale Wohlbefinden von Mitarbeitenden durch Unternehmenskultur, Führungsverhalten und Empowerment zu steigern ist. Ergebnis kann auch die Unterstützung der Mitarbeiter in psychisch belastenden Situtationen (Employee Assistance Program, EAP) sein. Offenbar bestehen deutliche Zusammenhänge zwischen derartigen Aktivitäten und Angeboten sowie der intern wie extern wahrgenommenen Arbeitgeberattraktivität (Arbeitgebermarke).
Schlaf und Schlafoptimierung
Morgens ausgeruht und gut gelaunt aufwachen. Das ist die Basis für einen erfolgreichen Tag, allgemeines Wohlbefinden und gesunde Langlebigkeit (Longevity). Denn nachts nutzt der Körper die verschiedenen Schlafphasen für vielfältige Prozesse. Beispielsweise werden Muskeln aufgebaut und Zellen regeneriert, Stress abgebaut und die Gehirnleistung optimiert. Immer mehr Menschen möchten daher Schlaf, Bettsystem und Schlafumgebung sowie die Wechselbeziehungen zwischen Schlaf und anderen Longevity-Themen optimieren. Entsprechend entwickelt sich bereits der Lifestyle Sleepmaxxing sowie ein neues Thema der betrieblichen Gesundheitsförderung. Besondere strategische Chancen erkennen wir für lösungsorientierte Leistungskonzepte in Einzelhandel, Handwerk und Präventionsmedizin.
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Präventionsmedizin: Ärzte, Kliniken, Therapeuten, Gesundheitsservices
Gesunde Langlebigkeit setzt auch die Fähigkeiten voraus, Krankheiten zu vermeiden beziehungsweise frühzeitig zu erkennen und zu heilen. In der ärztlichen Versorgung dürften sich dadurch die Gewichte weiter von der kurativen Versorung erkannter Krankheiten hin zu Risikoprävention und frühzeitigem Gegensteuern verschieben. Mittelfrist erscheint eine Neubewerbung von Präventions- und Rehabilitationsmedizins möglich. Longevity wird vom Fachgebiet einzelner Ärztinnen oder Ärzte zu einer generellen Grundhaltung der medizinischen Versorgung. Parallel wächst der Markt für niederschwellige Gesundheitsservices und lockt neue Marktteilnehmer an.
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Gesundheitstechnologien, digitale Gesundheitstrainings
Gesundheitstechnologien (Health Tech) und mobile Anwendungen (Gesundheits-Apps, Wearables) haben sich auch in Bezug auf gesunde Langlebigkeit beziehungsweise Longevity zu einem relativ schnell wachsenden Geschäftsfeld entwickelt. Sie werden als „Software as a Service (SaaS)“ angeboten. Im Mittelpunkt der Fitness-, Wellness- und Coaching-Apps steht das Optimieren von persönlichen Verhaltensweisen (Biohacking) sowie daraus resultierende Prävention und Gesundheit. Vor diesem Hintergrund werden beispielsweise Bewegung, Schlaf und Sauerstoffsättigung „getrackt“.
Ein möglicher Aspekt ist beispielsweise das kontinuierliche Überwachen von Herz-Kreislauf-Funktionen oder Blutzuckergehalt. Aus dem „Biofeedback“ lassen sich für die Ernährung selbständig Lerneffekte ableiten. In einem weiteren Schritt können Spezialisten die Messergebnisse interpretieren, um als „Health-Coaches“ personalisierte Ernährungs- und Bewegungsempfehlungen zu geben. Perspektivisch ist dies auch automatisiert auf Basis Künstlicher Intelligenz sowie im Rahmen der Telemedizin möglich.
Zunehmende Bedeutung erlangen von Arbeitgebern finanzierte Gesundheits-Apps für mentales Wohlbefinden (Mental Health). Meist basieren diese auf der kognitiven Verhaltenstherapie und vermitteln im Rahmen der „Psychoedukation“ interaktive Strategien zur Stress- und Angstbewältigung sowie Schlafoptimierung. Damit lassen sich von Mitarbeitenden zum Steigern psychischer Widerstandsfähigkeit verstärkt nachgefragte „Mental-Health-Benefits“ anbieten. Gleichzeitig ist den durch Einflüsse der VUCA-Welt steigenden Fehlzeiten gegenzusteuern. Psychische Erkrankungen verursachen nach einer von der AOK für das Jahr 2025 durchgeführten Analyse zwar nur wenige Prozent der Krankschreibungen. Daraus resultieren jedoch durchschnittlich fast 30 Ausfalltage beziehungsweise über 40 Prozent der gesamten Ausfallzeiten.
Über die Mental-Health-Apps werden psychologische Gruppensessions, digitale Vorträge, Workshops und Trainings angeboten. Beispielsweise werden Mitarbeitende niederschwellig in ihren metakognitiven Fähigkeiten trainiert. Sie sollen dadurch in die Lage versetzt werden, eigene kognitive Prozesse, Lernstrategien und Arbeitsweisen bewusster zu reflektieren und zu steuern. Nachfolgend können sie durch erleichterte Konzentration und effektiveres Stressmanagement Burnout und Erschöpfung vermeiden. Mittelbar helfen die Trainings den Unternehmen, sich vor Fluktuation und Imageschäden, Abfindungszahlungen und gerichtlichen Auseinandersetzungen zu schützen. Letztlich dient das betriebliche Angebot von Mental-Health-Apps dem unternehmerischen Risikomanagement.
Strategisch könnten entsprechende Trainings des mentalen Wohlbefindens zukünftig auch unter dem Gesichtspunkt des „Brain Capitals“ an Bedeutung gewinnen. Dieses Anfang 2026 bekannt gewordene Konzept zum Entwickeln von Humankapital zielt darauf, menschliche und künstliche Intelligenz optimal zu verbinden. Ein wesentlicher Aspekt ist dabei, in einer sich rasant verändernden VUCA-Welt die Gesundheit und Funktionsfähigkeit des menschlichen Gehirns zu erhalten. Parallel werden kognitive, soziale und selbstführungsbezogene Kompetenzen der Mitarbeitenden entwickelt, um individuell Anpassungs- und Lernfähigkeit sowie unternehmensbezogen Zusammenarbeit und Innovationen zu optimieren.
Unter bestimmten Voraussetzungen unterstützen auch die gesetzlichen Krankenkassen die Nutzung von Gesundheits-Apps: Als Digitale Gesundheitsanwendungen (DiGA) sind diese auf bestimmte Krankheitsbilder (Indikation) abgestimmt. Entsprechend lassen sie sich als digitale Therapeutika seit dem Jahr 2020 von Ärzten oder Psychotherapeuten als „App auf Rezept“ verordnen. Voraussetzung ist, dass die DiGA in das Verzeichnis des Bundesinstituts für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) aufgenommen werden. Nach einer Erprobungsphase müssen sie in wissenschaftlichen Studien ihre Wirksamkeit beweisen.
Anwendungsfelder sind beispielsweise Diabetologie, Gynäkologie, Kardiologie, Logopädie, Psychotherapie und Physiotherapie. Von anfalIenden therapierelevanten Daten lassen sich in der Regel einfache Datenauszüge für die behandelnden Ärzte erstellen sowie in elektronische Patientenakten (ePA) einstellen. Die Vergütung der Software-Hersteller ist ab dem Jahr 2026 auch von anwendungsbegleitenden Erfolgsmessungen abhängig. Nach Einschätzung von Boedecker.Colleagues wird dies zu einem erhöhten Qualitätswettbewerb durch inklusive Technik sowie einfache Bedienmöglichkeiten beitragen. In Studien wird aktuell geklärt, ob durch DiGAs die medizinische Versorgung sowie die gesunde Langlebigkeit in ländlichen Räumen optimiert werden können. Anbieterseitig ist das Entstehen von Oligopolstrukturen mit „DiGA-Manufakturen“ zu beobachten.
Langlebigkeitsmedizin
Nicht zuletzt fällt unter Longevity auch das Entwickeln von innovativen Wirkstoffen und Medikamenten. Davon soll ein Teil primär alterstypischen Krankheiten vorbeugen oder diese behandelbar machen. Sogenannte Systemwirkstoffe lassen sie sich aber gelegentlich auch als Lifestyle-Medikament einsetzen. Voraussetzung für Marktzulassungen beispielsweise nach Arzneimittelgesetz sind anerkannte medizinische Indikationen; im Vorfeld ist ein Einsatz nur im Rahmen von Härtefall-Programmen oder individuellen Heilversuchen möglich. In der sogenannten „Entwicklungs-Pipeline“ von Biotechnologie-Unternehmen sind unter anderem Mittel gegen Krebs, Typ-2-Diabetes, Alzheimer, Parkinson und Schlaganfälle.
Ein anderer Teil von Medikamenten hat allein das Ziel der Langlebigkeit. Er soll die Zellalterung (z.B. durch Zellreinigung) stoppen oder sogar umkehren bzw. die Neubildung von Zellen unterstützen. Unter Einsatz Künstlicher Intelligenz sollen dafür das Zusammenwirken der bis zu 40 Billionen menschlichen Zellen und ihre zwei Milliarden chemischen Reaktionen pro Sekunde besser verstanden werden. Aktuell arbeiten schätzungsweise 200 Biotech-Unternehmen auf der Basis von Risikokapital (Venture Capital) an derartigen Konzepten; der entscheidende Durchbruch zur Unsterblichkeit wird von einigen Spezialisten für das kommende Jahrzehnt erwartet.
Tourismus, Hotels, Gastronomie
Darüber hinaus werden Aspekte der gesunden Langlebigkeit für Innovationen mit ganzheitlichen Leistungen aufgegriffen. In Tourismus und Hotellerie werden bereits bekannte Spa- und Wellness-Angebote erweitert. Zusätzlich zu Saunen, Dampfbädern und Pools runden vermehrt Geräte für Kälte-, Licht-, Sauerstoff- und Drucktherapien das Angebot ab. Weiter werden Medical Wellness, Regenerations- und Präventionsprogramme ausgebaut. Spezialisierte Retreats (Rückzugsorte) für Körper, Geist und Seele bieten darüber hinaus Schulungen und Trainings für Sport, Yoga und Meditation sowie medizinische Checks und personalisierte Ernährungskonzepte an.
Das Research von Boedecker.Colleagues verdeutlicht, dass für alle Angebotserweiterungen fundierte kommunikative Unterstützung erforderlich ist. Gleichzeitig lassen sich Strategien entwickeln und implemenitieren, um mit Longevity-Tourismus Nischenmärkte außerhalb der Hochsaison zu erschließen, höhere Auslastungsquoten zu erzielen sowie über entsprechende touristische Produkte eine stärkere Markendifferenzierung zu erreichen.
Immobilien, Placemaking, Stadtentwicklung, Ortsmarken
Das Zusammendenken von Architektur, Design und Gesundheit hat bereits lange Tradition. Relativ neu sind optimierte Wohnformen und -anlagen für die aktive „Silver Generation“. Diese hat das Pensionsalter bereits erreicht, ist aber nicht pflegebedürftig. Entsprechend verstehen sich die Immobilien (Longevity Properties) als „Gegenentwurf“ zu den herkömmlichen Alten- und Pflegeheimen. Mit speziell abgestimmten Zusatzangeboten sind sie auf Co-Living-Erlebnisse und gesunde Langlebigkeit ausgerichtet. Dabei reicht das Spektrum von Wohngemeinschaften, über Mehrgenerationen-Wohnprojekte, bis zu hotelartigen Mixed-Used-Konzepten im Clubstyle mit Service-Wohnen, großzügigen Gemeinschaftsflächen und Gastronomie, Spa, Sauna und Fitness. Nach aktuellen Studien ist die Mehrheit der Deutschen für derartige neue Wohnformen aufgeschlossen. Das Research von Boedecker.Colleagues unterstützt Investoren und Betreiber, entsprechende Geschäftsmodelle aus Sicht der Zielgruppen ergebnisorientiert zu optimieren.
Um die Gesundheitssysteme zu entlasten, wird der Gedanke einer gesunden Langlebigkeit zunehmend auch in Architektur und Stadtplanung integriert beziehungsweise mit anderen Nachhaltigkeitszielen kombiniert. Primär geschieht dies oft, um Folgen des Klimawandels zu bewältigen und damit die Resilienz der Kommunen zu stärken. Darüber hinaus verdeutlichen aktuelle wissenschaftliche Untersuchungen, dass die gebaute Umwelt beziehungsweise multisensorische Umgebungen auch die kognitive Leistungsfähigkeit beeinflusst. Sie formt Gedanken, Erinnerungen und Emotionen und nimmt damit Einfluss auf Physiologie und Psychologie.
Dies führt beispielsweise zum Schaffen von grün-blauen Infrastrukturen mit öffentlichen Parks und Wasserflächen. Diese haben unmittelbaren Einfluss auf Blutdruck, Herzfrequenzvariabilität, Cortisolspiegels, Aufmerksamkeitsfähigkeit und Stimmung. Gleichzeitig fördern sie körperliche Aktivitäten der Bevölkerung sowie die Klimaresilienz von Kommunen. Weiterer Aspekt ist das Schaffen von Gemeinschaftsflächen und Möglichkeiten zur sozialen Interaktion bei Quartiersentwicklung und Placemaking, das Boedecker.Colleagues auch im Rahmen der Stadterneuerung konzeptionell unterstützen.
Darüber hinaus ist in Rahmen von Stadtentwicklung und Innenstadtbelebung auch ein Trend zu „Longevity Clustern“ zu erkennen. In zentraler Lage fassen diese unterschiedliche Angebote für Gesundheit und Wohlbefinden räumlich zusammen. Neben spezialisierten Einzelhandel und Gastronomie sind auch Fitness- und Wellness-Anbieter, Medizinische Versorgungszentren und auf gesunde Langlebigkeit spezialisierte Service- und Beratungsunternehmen zu finden. Erlebnisorientiert können die Kunden nicht nur kaufen, sondern sich auch informieren und vernetzen.
Nicht zuletzt ist das Thema gesunde Langlebigkeit beziehungsweise Longevity auch in Ortsmarken für Städte, Gemeinden, Regionen und Reiseziele (Destinationen) einzubinden. Dabei lässt sich sowohl das Erstellen als auch das Vermarkten entsprechender Leistungsbündel kommunikativ unterstützen. Zudem kann im Rahmen des Place Brandings das Profil der jeweiligen Kommune um emotionale Nutzendimensionen der Gesundheitsvorsorge angereichert werden.
Aktuelle Markttrends
Unabhängig von ethischen Fragen: Viele Angebote mit dem Versprechen von Longevity bleiben wahrscheinlich eher dem Luxussegment vorbehalten, da die Krankenversicherungen die Kosten für bestimmte Untersuchungen, Therapien sowie Lifestyle-Anwendungen nicht übernehmen. Gleichzeitig wächst die Zahlungsbereitschaft für kostengünstige und damit niedrigschwellige Gesundheitsdienstleistungen sowie Nahrungsergänzungsmittel, die im Einzelhandel angeboten werden. Selbstoptimierung und Vorsorge sind erkennbar im „Massenmarkt“ angekommen.
Dies führt insgesamt zu Transformationsprozessen; unter anderem werden analoge Angebote zur Gewichtsreduzierung sowie nicht hinreichend differenzierte Sportangebote verdrängt. Dadurch bestehen für Unternehmen vielfältige Ansatzpunkte, um Leistungsangebot und Positionierung unter Berücksichtigung von Longevity zu optimieren beziehungsweise neue Geschäftsmodelle zu entwickeln.
Boedecker.Colleagues unterstützen Sie mit Research-Leistungen, passende Ideen zu finden sowie für Strategieentwicklung, Marken- und Innovationsmanagement, Unternehmens- und Finanzkommunikation sowie Personalmarketing zu konkretisieren. Dabei besteht für uns auch die Möglichkeit von Kooperationen.
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