Research | Longevity | Gesunde Langlebigkeit

Strategien und Konzepte für Wohlbefinden und Lebenslust

Gesund ein hohes Alter erreichen. Aus diesem Wunsch vieler Menschen ist in den letzten Jahren das facettenreiche Megathema „gesunde Langlebigkeit“ beziehungsweise „Longevity“ entstanden. Bis zum Lebensende sollen umfassendes Wohlbefinden und Lebenslust erhalten und vielleicht sogar gesteigert werden. Besonders im Fokus stehen Gehirngesundheit (Brain Health) über alle Lebensphasen sowie das Vermeiden typischer Alterserkrankungen (Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Krebs, Diabetes, neurodegenerative Erkrankungen). Dazu beitragen können ein über Ernährung, Sport und Bewegung, Schlaf und emotionalen Ausgleich (psychosoziale Hygiene) optimierter Lebensstil sowie eine auch technologisch immer leistungsfähigere Präventionsmedizin.

Boedecker.Colleagues bieten Unternehmen und Kommunen umsetzungsorientierte Beratung, um mit diesem allgemeinen Gesundheits- und Wellnesstrend verbundene spezifische Chancen zu entdecken und zu realisieren. Bedarfsorientiert entwickeln und optimieren wir mit unseren Kunden erste Geschäftsideen, Geschäftsmodell, Unternehmens- und Markenstrategie. Wir unterstützen sie bei Innovationsmanagement, Unternehmens- und Finanzkommunikation sowie Personalmarketing. Die jeweiligen Projekte basieren auch auf unserem begleitenden Research, dessen bisherigen Ergebnisse auf dieser Seite grob zusammengefasst sind. Gern diskutieren und vertiefen wir diese mit Ihnen. Sprechen Sie uns einfach darauf an!

Longevity als neuer Lebensstil

Tatsächlich haben sich die Begriffe gesunde Langlebigkeit und Longevity noch nicht in allen Teilen der deutschen Gesellschaft durchgesetzt. Auch bestehen bisher nur wenige ganzheitliche und personalisierte Leistungsangebote, um die Zahl der Lebensjahre mit möglichst vollständigem körperlichen, geistigen und sozialen Wohlbefinden zu steigern. Dennoch verändert ein aus dem Longevity-Gedanken entstandener allgemeiner Gesundheits- und Wellnesstrend das Leben der Menschen, Branchen und Märkte.

Besonders deutlich wird dies bei Ernährung, Sport und Bewegung. Schlafoptimierung und emotionaler Ausgleich ziehen aktuell spürbar nach. Und sogar für die gesetzlichen Krankenversicherungen gewinnt die Präventionsmedizin an Bedeutung. Öffentliche Beachtung findet zudem die Epigenetik und damit der Einfluss von Ernährung und anderen Umweltfaktoren auf die Steuerung des menschlichen Erbguts.

Das Streben nach gesunder Langlebigkeit und Longevity entwickelt sich zum neuen Lebensstil und zur Selbstverständlichkeit. Vor diesem Hintergrund werden unterstützende Leistungsangebote als „Investitionen in die Zukunft“ verstärkt nachgefragt. Zumindest für Teile der jüngeren Generation ist Gesundheit inzwischen auch Statussymbol. Im deutschsprachigen Raum zählt inzwischen fast jeder Dritte zu den „Health Informers“, die sich aktiv über Themen der gesunden Langlebigkeit informieren. Etwa ebenso hoch ist der Anteil der Menschen unter 45 Jahren, der zukünftig mehr Geld für das eigene Wohlbefinden ausgeben möchte.

Drei Viertel der Bevölkerung haben in den letzten Jahren das Bewusstsein für Prävention gesteigert. Entsprechend verschieben sich auch die Erwartungen an die Heilberufe. Gesundheitliche Selbstoptimierung (Biohacking) steht hoch im Kurs. Dazu zählen auch Gesundheits-Apps sowie verschreibungsfähige Digitale Gesundheitsanwendungen (DiGA). Innovative Medikamente, Wirkstoffe und Therapien sollen typische „Alterserkrankungen“ verhindern und heilen, die Zellalterung stoppen sowie das Neubilden von gesunden Zellen unterstützen.

Gleichzeitig strahlt das Thema Longevity in viele andere Lebens- und Wirtschaftsbereiche aus. Entsprechend sind diese bei Strategie und Kommunikation zu berücksichtigen. Segmentspezifisch könnte die nachvollziehbare Beachtung von gesunder Langlebigkeit in zahlreichen Branchen mittelfristig zu den Basisfaktoren für Kunden- und Mitarbeiterzufriedenheit zählen.

Nicht zuletzt wächst die Zahl der Menschen, die ein höheres Lebensalter zumindest im weitgehenden Wohlbefinden und mit entsprechenden Erwartungen erleben. Sie sind damit gegebenenfalls Zielgruppe; bisher galten sie als nicht werberelevant und sollten daher „entdeckt“ werden.

Ernährung, Lebensmittel, Hersteller und Einzelhandel

Medial genießt die Ernährung im Zusammenhang mit Longevity aktuell wahrscheinlich die größte Aufmerksamkeit. Für viele Menschen wächst in Zeiten von Unsicherheit und Veränderung das Bedürfnis, auf sich selbst zu achten. Laut einer im Jahr 2025 durchgeführten Marktstudie gibt in Deutschland jeder Zweite bewusst Geld für eine gesündere Ernährung aus. Zumindest für Teile der Bevölkerung werden Lebensmittel zum Statussymbol und Beweis der Selbstwirksamkeit.

Die gedankliche Verbindung von Gesundheit und Natur hat für die Ernährung in Deutschland bereits Tradition. Schon am Übergang vom 19. in das 20. Jahrhundert bestand diese Überzeugung in den Lebensreform-Bewegungen. Ab den 1970er Jahren wurde sie in der Öko-Bewegung vertreten. Beide Strömungen hatten jedoch vorrangig gesellschaftliche Ziele. Der aktuelle Trend zur Longevity-Ernährung dürfte dagegen aus Untersuchungen resultieren, unter welchen Lebensbedingungen die Menschen in den Blue Zones gesund ein überdurchschnittlich hohes Alter erreichen. Zunächst lenkten diese den Blick beispielsweise auf mediterrane Speisen, die gesundheitlichen Vorteile einer pflanzenbetonten Ernährung und einzelner Zutaten wie Olivenöl. Daraus ergab sich eine unverändert anhaltende Forschung zu Bedeutung und Zusammenwirken der einzelnen Makro- (Proteine, Fette, Kohlenhydrate) und Mikronährstoffe (Vitamine, Mineralstoffe) sowie der sekundären Pflanzenstoffe (z.B. Carotinoide, Flavonoide, Monoterpene).

Aktuell sind chronische Entzündungsprozesse, die „Silent Inflammation“ ein wesentlicher Aspekt der Forschung und öffentlichen Diskussion. Diese lassen sich wahrscheinlich auf Alkohol- und Fleischkonsum, zu viel Zucker und stark verarbeitete Lebensmittel zurückführen. Sie gelten als generelle Ursache von Alterungsprozessen. Insbesondere führen zunächst kaum spürbaren Entzündungen zu Autoimmunerkrankungen, Herzinfarkt und Schlaganfall, Demenz und Depression. Eine Prävention erscheint durch Verzicht und optimierte Ernährung (z.B. Ballaststoffe, sekundäre Pflanzenstoffe) möglich.

Indiz für eine vielfach veränderte Ernährung ist auch die erhöhte Nachfrage nach Bio-Lebensmitteln, die im Jahr 2025 von etwa der Hälfte der Bevölkerung überwiegend aus Gesundheitsgründen bewusst gekauft wurden. Der entsprechende Umsatz des deutschen Einzelhandels hat sich in den letzten zehn Jahren mehr als verdoppelt und betrug im Jahr 2025 über 18 Milliarden Euro. Jedoch liegen die Pro-Kopf-Ausgaben in Deutschland noch deutlich hinter denen anderer europäischer Länder.

Insbesondere klassischer Lebensmitteleinzelhandel, Discounter und Drogeriemärkte profitierten in den letzten Jahren von der erhöhten Nachfrage nach Bioprodukten. Sie bauten ihre Marktanteile auf insgesamt rund 70 Prozent aus. Bei verpackten Bioprodukten erzielten sie rund zwei Drittel ihrer Umsätze mit Eigenmarken, die zumindest den Anforderungen des EU-Bio-Siegels sowie teilweise auch den Verbändevorgaben von Demeter, Bioland oder Naturland entsprechen.

Die Bio-Markenhersteller setzen vor diesem Hintergrund verstärkt auf Produktinnovationen mit funktionalen Nutzenangeboten und emotionalerer Positionierung. Gleichzeitig geben sie ihre traditionelle Fachhandelstreue (sukzessive) auf und erschließen unter anderem über Convenience- und Tankstellenshops neue Absatzwege. Der traditionelle deutsche Bio-Fachhandel mit Bio-, Naturkost- und Hofläden, Reformhäusern und Biosupermärkten befindet sich durch verstärkten Preisdruck im Strukturwandel und benötigt neue Geschäftsmodelle; diese lassen sich ausgehend von der Idee der gesunden Langlebigkeit mit Boedecker.Colleagues entwickeln und implementieren.

Aus gesundheitlichen Gründen sowie Nachhaltigkeit und Ethik wird Fleisch oftmals bewusster als früher konsumiert. Damit wachsen Qualitätsansprüche und Zahlungsbereitschaft. Zudem ernährte sich im Jahr 2024 etwa jeder zehnte Mensch in Deutschland vollständig vegetarisch oder vegan. Parallel setzte rund ein Fünftel der Bevölkerung auf eine flexitarische Ernährung mit dem teilweisen Verzicht auf rotes Fleisch von Säugetieren. Jeder zehnte greift zumindest gelegentlich nach Fleischersatzprodukten, die aber (noch) ein Nischenprodukt sind. Vielfach handelt es sich um hochverarbeitete Lebensmittel, die auf Soja, Weizen-, Lupinen- oder Erbsenproteinen basieren. Produktalternativen auf Pilzmyzel- und Mikroalgenbasis dürften Marktchancen haben. Entsprechend entwickeln sich eigenständige Lebensmittelkategorien jenseits der Ersatzprodukte.

Ein weiteres Indiz für gesundheitsbewusste Ernährung ist die seit Jahren steigende Nachfrage von Lebensmitteln, die reich an Eiweiß (Protein) oder mit dem Makronährstoff sogar zusätzlich angereichert sind. Generell dient dieser dem Körper unter anderem zum Aufbau von Muskeln, Zellen und Enzymen sowie als Energielieferant. Ein anschauliches Beispiel für das veränderte Konsumverhalten ist das ursprünglich aus Island stammende, eiweißreiche und fettarme Sauermilcherzeugnis Skyr. Dieses wird inzwischen auch in Deutschland produziert und im gesamten Lebensmittelhandel angeboten. Aufgrund von in den sozialen Medien viral gehenden TikTok- und Instagram-Rezepten entwickelte sich zu Jahresbeginn 2026 ein regelrechter Hype um das Produkt, der zu Lieferengpässen führte und letztlich auch das Interesse jüngerer Generationen an Ernährungsthemen, Gesundheit und Fitness belegt.

Insbesondere für jüngere Konsumentengruppen (Gen Z, Millennials) wird der Verzicht auf Alkohol zu einem „neuen Normal“. Während die deutschen Brauereien seit Jahren insgesamt Absatzrückgänge verzeichneten, erreichte der Marktanteil von alkoholfreien und alkoholarmen Bieren inzwischen gut zehn Prozent. Neben entsprechenden Angeboten der „Fernsehmarken“ entstehen in der Nische alkoholfreie und teilweise stark gehopfte Craft-Beer-Styls. Alkoholfreie Weine sind aufgrund innovativer Entalkoholisierungsmaschinen beziehungsweise Kombination von Vakuumdestillation und Aromarückgewinnung, Umkehrosmose oder Schleuderkegel-Technologie nach Einschätzung von Fachleuten inzwischen im „Genusssegment“ angekommen. Auch klassische Spirituosen wie Ouzo und Bitter-Aperitifs werden alkoholfrei angeboten. Zudem entsteht eine neue eigenständige Produktkategorie alkoholfreier „Proxy Drinks“. Bei deren Herstellung wird auf eine alkoholische Gärung verzichtet. Ihr komplexes Geschacksprofil basiert auf fermentierten Tees, Kräutern, Gewürzen, Früchten oder Blüten.

Nicht zuletzt lassen sich neue Konzepte der saisonalen und regionalen Ernährung feststellen, die nicht nur unter dem Gesichtspunkt der gesunden Langlebigkeit sondern auch unter dem Aspekt der Nachhaltig optimiert sind. Beispielsweise lässt sich durch kürzere Transportwege eine größere Frische erreichen. Davon unabhängig kann die erkennbare Herkunft von Lebensmitteln zusätzliches Wissen und Vertrauen schaffen. Das Research von Boedecker.Colleagues unterstützt unter anderem Unternehmen aus Landwirtschaft, Lebensmittelherstellung, Handel und Gastronomie derartiger Konzepte zu entwickeln und zu realisieren. Ein wesentlicher Aspekt ist dabei die kommunikative „Erlebnisarbeit“.

Nahrungsergänzungsmittel

Ganz allgemein ist für jeden zweiten „High Protein“ in der Ernährung ein wichtiger Aspekt. Ergebnis sind auch zusätzlich mit Protein angereicherte Lebensmittel. Jedoch scheint der Höhepunkt des „Protein-Maxxing“ erreicht. Stattdessen setzen Verbraucher offenbar verstärkt auf Lebensmittel, die zusätzliches Kollagen, Biotin, Kreatin und Zink enthalten. Auch nimmt die Nachfrage nach Lebensmitteln mit Prä- bzw. Probiotika zu; beispielsweise sollen Limonaden durch Ballaststoffe die Darmgesundheit steigern.

Deutlich wächst seit der Corona-Pandemie das Geschäft mit konzentrierten Makro- und Mikronährstoffen sowie sekundären Pflanzenstoffen. Obwohl diese strenggenommen der Naturheilkunde und Komplementärmedizin zuzurechnen sind, werden sie in Deutschland als Lebensmittel und damit freiverkäufliche Nahrungsergänzungsmittel (Nutritional Supplements) eingestuft. Das Angebot erfolgt beispielsweise als Sportnahrung (Fitness Supplements), Pflanzen- und Kräuterextrakt.

Der Verkauf erfolgt über Apotheken und Drogeriemärkte, Biofachhandel, Reformhäuser und übrigen Lebensmitteleinzelhandel, Online-Shops und Strukturvertriebe. Jährlich kommen etwa 8000 neue Nahrungsergänzungsmittel auf den Markt. Rund 80 Prozent der Bevölkerung haben derartige Präparate bereits genutzt. Jeder Dritte - insbesondere Menschen unter 30 Jahren - nimmt sie täglich. Entsprechend hoch ist oftmals der Umsatzanteil im Handel. Jedoch liegt der deutsche Pro-Kopf-Umsatz im internationalen Vergleich noch deutlich zurück.

Nach Studien ist die deutsche Bevölkerung zwar grundsätzlich gut mit Nährstoffen versorgt. Dennoch sind bei einzelnen Bevölkerungsgruppen Mängel feststellbar. Die Einnahme der Nahrungsergänzungsmittel erfolgt jedoch überwiegend ohne eine entsprechende Diagnose. Zudem werden teilweise auch Vorteile einer Überdosierung vermutet.

Ganz generell gibt es den Trend zu einer personalisierten Ernährung. Diese geht einher mit einer umfassenden Gesundheitsberatung, um Mängel und Vorboten von Krankheiten frühzeitig zu erkennen. Trotz digitaler Gesundheitslösungen dürfte sie den Bedarf an Ernährungswissenschaftlern und spezialisierten Ärzten deutlich steigen lassen.

Sport und Bewegung, Fitness und Wellness

Vom allgemeinen Trend zu gesunder Langlebigkeit beziehungsweise Longevity profitieren auch Angebote für Sport und Bewegung. Selbstoptimierung und Vorsorge lassen viele Menschen nach neuen Leistungsangeboten suchen. Wesentliche Aspekte sind physische Fitness sowie Stressbewältigung. Die Weltgesundheitsorganisation empfiehlt 150 Minuten sanfte oder 75 Minuten intensive Ausdauerbelastung pro Woche und zusätzlich zweimal mindestens 20 Minuten Krafttraining. Primär resultieren daraus Chancen für Sportvereine und Fitness-Clubs, Hotellerie und Tourismus. Erste auf gesunde Langlebigkeit spezialisierte Clubs stehen in Deutschland vor dem Start. Gleichzeitig eröffnen sich durch innovative Technologien sowie Digitalisierung neue Geschäftsfelder. Und nicht zuletzt ergeben sich relevante Verknüpfungsmöglichkeiten.

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Mentales Wohlbefinden, Lebenslust, emotionaler Ausgleich

Die Bedeutung von mentalem Wohlbefinden (Mentale Fitness) und Lebenslust für gesunde Langlebigkeit beziehungsweise Longevity wird in den letzten Jahren zunehmend deutlich. Von der AOK für das Jahr 2025 durchgeführte Analysen zeigen, dass psychische Erkrankungen zwar nur wenige Prozent der Krankschreibungen verursachen. Daraus resultieren jedoch durchschnittlich fast 30 Ausfalltage beziehungsweise über 40 Prozent der gesamten Ausfallzeiten. Andere Untersuchungen verdeutlichen, das eine lebenjahende Einstellung beziehungsweise Lebenslust die durchschnittliche Lebensdauer deutlich verlängert.

Positiv wirken sich offenbar soziale Kontakte, Optimismus und Lebenssinn, Stressmanagement und ausreichend Schlaf auf das mentale Wohlbefinden aus. Alle Faktoren stärken die persönliche Widerstandsfähigkeit (Resilienz). Sie vermeiden damit chronischen bzw. „oxidativen Stress“. Dieser führt zu einem Überschuss des Stresshormons Cortisol sowie in der Folge Schlafstörungen, Gewichtszunahme und Erschöpfung. Dadurch können neben psychische Erkrankungen (u.a. Abhängigkeitserkrankungen, Depression, Essstörungen) auch „Silent Inflammation“ beziehungsweise Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Stoffwechselstörungen entstehen.

Derzeit analysiert das Research von Boedecker.Colleagues verschiedene Themen rund um Stress und Stressmanagement. Ein Schwerpunkt sind Leistungsangebote, um durch Einsamkeit entstehenden Stress zu vermeiden sowie tiefere soziale Kontakte zu fördern. Zudem beschäftigen wir uns mit Programmen zur individuellen Förderung von Achtsamkeits- und Entspannungstechniken wie Yoga oder Meditation.

Weiter analysieren wir im Rahmen des Krisen- und Innovationsmanagements, wie betriebliche Stressursachen durch Optimieren von Leistungsangebot und Leistungserstellung zu beseitigen sind sowie das mentale Wohlbefinden von Mitarbeitenden durch Unternehmenskultur, Führungsverhalten und Empowerment zu steigern ist. Offenbar bestehen auch deutliche Zusammenhänge zwischen derartigen Aktivitäten sowie der intern wie extern wahrgenommenen Arbeitgeberattraktivität (Arbeitgebermarke).

Schlaf und Schlafoptimierung

Unter dem Aspekt der gesunden Langlebigkeit hat der Schlaf eine Schlüsselfunktion. Denn während der verschiedenen Schlafphasen werden Muskeln aufgebaut, Zellen repariert und die Gehirnleistung optimiert. Schlaf wirkt damit auf körperliches und mentales Wohlbefinden, Gedächtnis und Emotionen. Er trägt damit wesentlich zum Erreichen der einleitend definierten Longevity-Ziele bei.

Erwachsenen wird aktuell eine tägliche Schlafdauer von sieben bis neun Stunden empfohlen. In dieser Zeit sollte der insgesamt etwa 90 bis 110 Minuten dauernde typische Schlafzyklus wiederholt durchlaufen werden. Dieser besteht aus insgesamt vier Hauptphasen, die unterschiedliche Funktionen haben. So werden in der Einschlafphase Atmung und Puls gleichmäßiger, die Muskeln entspannen sich. Dies setzt sich in der Leichtschlafphase fort. Gleichzeitig beginnt das Gehirn, die Geschehnisse des vergangenen Tages nach ihrer Wichtigkeit zu sortieren und zu verarbeiten. Die folgende Tiefschlafphase dient der physischen und psychischen Regeneration des Körpers; das Schlafhormon Melatonin repariert die Zellen und stärkt das Immunsystem. Unter anderem erfolgt in dieser Phase auch der Muskelaufbau. Das Gehirn beginnt im Tagesverlauf erlernte Fakten und Fähigkeiten abzuspeichern. Die abschließende Traum- beziehungsweise Rapid-Eye-Movement-Schlafphase (REM-Phase) ist durch schnellen Augenbewegung hinter den Lidern gekennzeichnet. In dieser Schlafphase erreicht das Gehirn seine höchste Aktivität: Nervensystem und Psyche erholen sich besonders gut. Gleichzeitig werden alte Erinnerungen anhand neuer Informationen geprüft, selten genutzte Inhalte verblassen und häufig genutzte werden gestärkt. Durch die Verknüpfung von Informationen können zudem kreative Ideen entstehen und Lösungen gefunden werden.

Für ein vollständiges Wohlbefinden sollten eine ausreichende Schlafdauer mit einem vollständiger Ablauf der vier Schlafphasen in mehreren Schlafzyklen gewährleistet sein. Jedoch zählen Schlafprobleme zu den häufigsten gesundheitlichen Herausforderungen. Einschlaf- und Durchschlafstörungen (Insomnien) sind unter anderem durch Ernährung, körperliche Bewegung und mentalen Ausgleich zu beheben. Weitere Einflussfaktoren sind die sogenannte Schlafhygiene und die Schlafumgebung, die neben Bett, Matratze und Bettwäsche auch Architektur und Interior umfasst. Entsprechende Gestaltungs- und Servicekonzepte lassen sich auch mit der Vision ganzheitlicher Longevity Properties mit Boedecker.Colleagues entwickeln und vermarkten.

Bei chronischen Schlafsörungen sollten physische und psychische Herausforderungen im Rahmen der Schlafmedizin erkannt und beseitigt werden. Verbreitet sind insbesondere Untersuchung im Schlaflabor (Polysomnographie), um schlafbezogenen Atmungsstörungen (z. B. Schlafapnoe) sowie ungewöhnliche Verhaltensweisen im Schlaf (Schlafwandeln, Albträume, Restless-Legs-Syndrom) zu therapieren. Auch lassen sich mithilfe der sogenannten Elektroenzephalografie (EEG) die für die einzelnen Schlafphasen typischen Gehirnwellen erfassen und aufzeichnen. Nach ihrer Frequenz sind Delta-, Theta-, Alpha- und Beta-Wellen zu unterscheiden. In einem neuen Therapieansatz auf Basis der Neurotechnologie sind die für Tiefschlaf- und Traumphase maßgeblichen Verknüpfungen innerhalb des Gehirns (Neuroplastizität) in Echtzeit zu stimulieren; dadurch sollen sich Schlaf sowie physische und psychische Regeneration ohne Medikamente optimieren lassen.

Präventionsmedizin: Ärzte, Kliniken, Therapeuten, Gesundheitsservices

Der Trend zu gesunder Langlebigkeit beziehungsweise Longevity eröffnet für niedergelassene Ärzte, Kliniken und andere Akteure der Gesundheitswirtschaft neue Chancen und Tätigkeitsbereiche. Mittelfrist erscheint ein Paradigmenwechsel und damit einhergehend eine Neubewerbung von Präventions- und Rehabilitationsmedizins möglich. Denn international setzt sich der Ansatz durch, die Gesundheitsspanne (Jahre mit allgemeinem Wohlbefinden) zu verlängern und den Weg zu einem längeren, gesünderen Leben evidenzbasiert zu gestalten. Erkrankungen sollen vermieden oder zumindest frühzeitig erkannt werden; dann lassen sie sich einfacher heilen, chronische Entwicklungen sowie psychosomatische Folgen sind zu vermeiden. Aktuelle Studien zur Präventionsökonomie gehen davon aus, dass jeder in die Gesundheitsförderung investierte Euro bis zu vier Euro gesellschaftlichen Nutzen bringt.

Vor diesem Hintergrund dürfte sich Longevity bereits mittelfristig vom Fachgebiet einzelner Ärztinnen oder Ärzte zu einer generellen Grundhaltung der medizinischen Versorgung wandeln. Entsprechend werden sich die Gewichte von der kurativen Versorung erkannter Krankheiten zu Risikoprävention und frühzeitigem Gegensteuern verschieben. Daraus dürfte sich für viele Mediziner die berufliche Herausforderung ergeben, Entwicklungen früh zu erkennen und Menschen zu befähigen, dauerhaft gesund zu bleiben. Dies betrifft Krankheitsvorbeugung (Primärprävention), Krankheitsfrüherkennung (Sekundärprävention) sowie Nachsorge und Reha enschließlich Vermeiden von Folgeschäden und Rückfällen (Tertiärprävention). Gleichzeitig verschieben sich im Bereich der ärztlichen Versorgung die Wettbewerbsgrenzen, da Apotheken sowie Einzelhandel auch verstärkt niederschwellige Gesundheitsservices anbieten.

Ganz allgemein werden sich digitale Biomarker, KI-basierte Risikoanalysen, Trendbeobachtungen, Verhaltensmedizin, Frühdiagnostik und patientenzentrierte Kommunikation zu Standards der medizinischen Versorgung entwickeln. Dieser Trend dürfte davon profitieren, dass durch Tracker und Apps immer mehr Daten verfügbar sind und sich über längere Zeiträume auswerten lassen. Bekannte Technologine wie Ganzkörper-MRT oder umfassendes Blutbild sind neu zu positionieren. Als innovativer Trend haben sich bereits kombinierte Ansätze aus Gerodiagnostik und Gerotherapeutik herausgebildet: Zunächst wird dazu unabhängig von den chronologischen Lebensjahren das biologische Alter des Körpers ermittelt. Dies ist beispielsweise durch epigenetische Tests (chemische Veränderung der DNA) oder Bestimmung der Telomerlänge (Hinweis auf die Fähigkeit zur Zellerneuerung), aber auch die Analyse von bereits länger bekannten Biomarkern möglich. Darauf aufbauend lassen sich dann personalisierte Therapien entwickeln, um die Zellalterung zu reduzieren bzw. die natürliche Zellerneuerung zu unterstützen.

Hinsichtlich der gezielten Beeinflussung der Zellalterung werden unter anderem Infusionsen („IV-Drips“) von Vitaminen, Mineralstoffen und Aminosäuren vermehrt angeboten. In den letzten Jahren hohe Beachtung fand in diesem Zusammenhang Nicotinamidadenindinukleotid (NAD). Dabei handelt es sich um ein körpereigenes Coenzym, das Einfluss auf Geist, Schlafqualität und Immunsystem hat. Durch NAD + Infusionen soll der gesunkene Spiegel im Bedarfsfall wieder aufgefüllt werden. Positive Erfahrungen mit dem entsprechenden Wirkstoff bestehen in der psychiatrischen Burnout- und Depressionstherapie.

Auf langen Traditionen basierende Konzepte wie das Heilfasten werden nach aktuellen medizinischen Erkenntnissen bis zur „Longevity Clinic“ mit ärztlicher Begleitung für körperliche und mentale Gesundheit ausgebaut. Ein wesentliches Aspekt ist dabei die Zellreinigung (Autophagie). Wachsende Bedeutung gewinnen Beratungsangebote zu Ernährung und Stressbewältigung.

Auch das Geschäftsmodell von Kliniken für Prävention und Rehabilitation (Reha) lässt sich unter dem Gesichtspunkt von gesunder Langlebigkeit beziehungsweise Longevity optimieren. Von Boedecker.Colleagues dazu erstellte Konzeptideen einer integrativen Medizin haben ein umfassendes körperliches, geistiges und soziales Wohlbefinden zum Ziel. Sie orientieren sich an den im Gesundheitswesen generell anerkannten sechs Qualitätskriterien sowie dem Gedanken der Tertiärprävention. Neben typischen medizinischen Anwendungen einschließlich Naturheilverfahren und komplementärer Medizin beinhalten die Konzeptideen auch den Ausbau von Selbstbestimmungsmöglichkeiten (Empowerment) im Rahmen einer Kur. Dies betrifft primär die allgemeine Gesundheitsbildung zu Ernährung, Bewegung, Schlaf und emotionalem Ausgleich. Weitere Aspekte sind das spezifische Wissen um die eigene Situation sowie die persönlichen Fähigkeiten zum Entwickeln von individuellen Lösungskonzepten. Insbesondere bei der Behandlung psychosomatischer Erkrankungen dürfte sich dieser Ansatz bewähren.

Öffentliche Apotheken haben nach dem Research von Boedecker.Colleagues die Chance, sich über den Heilberuf und ihr Kerngeschäft mit verschreibungspflichtigen Medikamenten (Rx-Präparate) hinaus zum umfassenden Gesundheitsakteur für medizinische Versorgung und Prävention zu entwickeln. Von dem seit Oktober 2025 im Entwurf vorliegenden Apothekenversorgung-Weiterentwicklungsgesetz (ApoVWG) dürften mit einer Neuverteilung gesundheitlicher Aufgaben sowie der Möglichkeit der Telepharmazie zusätzliche Impulse ausgehen. Aktuell impfen Apotheken bereits gegen Grippe und Covid-19, sie nehmen Blutanalysen vor, beraten in Ernährungsfragen und unterstützen häusliche Behandlungen durch sogenannte Therapiemanager. Zukünftig sollen sie wahrscheinlich alle Impfungen mit sogenannten „Totimpfstoffen“, patientennahe Schnelltests zur Prävention sowie pharmazeutische Dienstleistungen (pDL) zum Optimieren der Arzneimitteltherapie honoriert anbieten können. Daraus ergeben sich Möglichkeiten für ein strategisches Innovationsmanagement: Öffentliche Apotheken haben die Option, sich im Preiswettbewerb mit Online-Apotheken, Drogerieketten und (zukünftig wahrscheinlich auch) Lebensmittel-Einzelhandel über Leistungsangebot und Kundenbeziehung, Corporate und Personal Brands zu differenzieren.

Gesundheitstechnologien, digitale Gesundheitstrainings

Gesundheitstechnologien (Health Tech) und mobile Anwendungen (Gesundheits-Apps, Wearables) haben sich auch in Bezug auf gesunde Langlebigkeit beziehungsweise Longevity zu einem relativ schnell wachsenden Geschäftsfeld entwickelt. Sie werden als „Software as a Service (SaaS)“ angeboten. Im Mittelpunkt der Fitness-, Wellness- und Coaching-Apps steht das Optimieren von persönlichen Verhaltensweisen (Biohacking) sowie daraus resultierende Prävention und Gesundheit. Vor diesem Hintergrund werden beispielsweise Bewegung, Schlaf und Sauerstoffsättigung „getrackt“.

Ein möglicher Aspekt ist beispielsweise das kontinuierliche Überwachen von Herz-Kreislauf-Funktionen oder Blutzuckergehalt. Aus dem „Biofeedback“ lassen sich für die Ernährung selbständig Lerneffekte ableiten. In einem weiteren Schritt können Spezialisten die Messergebnisse interpretieren, um als „Health-Coaches“ personalisierte Ernährungs- und Bewegungsempfehlungen zu geben. Perspektivisch ist dies auch automatisiert auf Basis Künstlicher Intelligenz sowie im Rahmen der Telemedizin möglich.

Zunehmende Bedeutung erlangen von Arbeitgebern finanzierte Gesundheits-Apps für mentales Wohlbefinden (Mental Health). Meist basieren diese auf der kognitiven Verhaltenstherapie und vermitteln im Rahmen der „Psychoedukation“ interaktive Strategien zur Stress- und Angstbewältigung sowie Schlafoptimierung. Damit lassen sich von Mitarbeitenden zum Steigern psychischer Widerstandsfähigkeit verstärkt nachgefragte „Mental-Health-Benefits“ anbieten. Gleichzeitig ist den durch Einflüsse der VUCA-Welt steigenden Fehlzeiten gegenzusteuern. Psychische Erkrankungen verursachen nach einer von der AOK für das Jahr 2025 durchgeführten Analyse zwar nur wenige Prozent der Krankschreibungen. Daraus resultieren jedoch durchschnittlich fast 30 Ausfalltage beziehungsweise über 40 Prozent der gesamten Ausfallzeiten.

Über die Mental-Health-Apps werden psychologische Gruppensessions, digitale Vorträge, Workshops und Trainings angeboten. Beispielsweise werden Mitarbeitende niederschwellig in ihren metakognitiven Fähigkeiten trainiert. Sie sollen dadurch in die Lage versetzt werden, eigene kognitive Prozesse, Lernstrategien und Arbeitsweisen bewusster zu reflektieren und zu steuern. Nachfolgend können sie durch erleichterte Konzentration und effektiveres Stressmanagement Burnout und Erschöpfung vermeiden. Mittelbar helfen die Trainings den Unternehmen, sich vor Fluktuation und Imageschäden, Abfindungszahlungen und gerichtlichen Auseinandersetzungen zu schützen. Letztlich dient das betriebliche Angebot von Mental-Health-Apps dem unternehmerischen Risikomanagement.

Strategisch könnten entsprechende Trainings des mentalen Wohlbefindens zukünftig auch unter dem Gesichtspunkt des „Brain Capitals“ an Bedeutung gewinnen. Dieses Anfang 2026 bekannt gewordene Konzept zum Entwickeln von Humankapital zielt darauf, menschliche und künstliche Intelligenz optimal zu verbinden. Ein wesentlicher Aspekt ist dabei, in einer sich rasant verändernden VUCA-Welt die Gesundheit und Funktionsfähigkeit des menschlichen Gehirns zu erhalten. Parallel werden kognitive, soziale und selbstführungsbezogene Kompetenzen der Mitarbeitenden entwickelt, um individuell Anpassungs- und Lernfähigkeit sowie unternehmensbezogen Zusammenarbeit und Innovationen zu optimieren.

Unter bestimmten Voraussetzungen unterstützen auch die gesetzlichen Krankenkassen die Nutzung von Gesundheits-Apps: Als Digitale Gesundheitsanwendungen (DiGA) sind diese auf bestimmte Krankheitsbilder (Indikation) abgestimmt. Entsprechend lassen sie sich als digitale Therapeutika seit dem Jahr 2020 von Ärzten oder Psychotherapeuten als „App auf Rezept“ verordnen. Voraussetzung ist, dass die DiGA in das Verzeichnis des Bundesinstituts für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) aufgenommen werden. Nach einer Erprobungsphase müssen sie in wissenschaftlichen Studien ihre Wirksamkeit beweisen.

Anwendungsfelder sind beispielsweise Diabetologie, Gynäkologie, Kardiologie, Logopädie, Psychotherapie und Physiotherapie. Von anfalIenden therapierelevanten Daten lassen sich in der Regel einfache Datenauszüge für die behandelnden Ärzte erstellen sowie in elektronische Patientenakten (ePA) einstellen. Die Vergütung der Software-Hersteller ist ab dem Jahr 2026 auch von anwendungsbegleitenden Erfolgsmessungen abhängig. Nach Einschätzung von Boedecker.Colleagues wird dies zu einem erhöhten Qualitätswettbewerb durch inklusive Technik sowie einfache Bedienmöglichkeiten beitragen. In Studien wird aktuell geklärt, ob durch DiGAs die medizinische Versorgung sowie die gesunde Langlebigkeit in ländlichen Räumen optimiert werden können. Anbieterseitig ist das Entstehen von Oligopolstrukturen mit „DiGA-Manufakturen“ zu beobachten.

Langlebigkeitsmedizin

Nicht zuletzt fällt unter Longevity auch das Entwickeln von innovativen Wirkstoffen und Medikamenten. Davon soll ein Teil primär alterstypischen Krankheiten vorbeugen oder diese behandelbar machen. Sogenannte Systemwirkstoffe lassen sie sich aber gelegentlich auch als Lifestyle-Medikament einsetzen. Voraussetzung für Marktzulassungen beispielsweise nach Arzneimittelgesetz sind anerkannte medizinische Indikationen; im Vorfeld ist ein Einsatz nur im Rahmen von Härtefall-Programmen oder individuellen Heilversuchen möglich. In der sogenannten „Entwicklungs-Pipeline“ von Biotechnologie-Unternehmen sind unter anderem Mittel gegen Krebs, Typ-2-Diabetes, Alzheimer, Parkinson und Schlaganfälle.

Ein anderer Teil von Medikamenten hat allein das Ziel der Langlebigkeit. Er soll die Zellalterung (z.B. durch Zellreinigung) stoppen oder sogar umkehren bzw. die Neubildung von Zellen unterstützen. Unter Einsatz Künstlicher Intelligenz sollen dafür das Zusammenwirken der bis zu 40 Billionen menschlichen Zellen und ihre zwei Milliarden chemischen Reaktionen pro Sekunde besser verstanden werden. Aktuell arbeiten schätzungsweise 200 Biotech-Unternehmen auf der Basis von Risikokapital (Venture Capital) an derartigen Konzepten; der entscheidende Durchbruch zur Unsterblichkeit wird von einigen Spezialisten für das kommende Jahrzehnt erwartet.

Tourismus, Hotels, Gastronomie

Darüber hinaus werden Aspekte der gesunden Langlebigkeit für Innovationen mit ganzheitlichen Leistungen aufgegriffen. In Tourismus und Hotellerie werden bereits bekannte Spa- und Wellness-Angebote erweitert. Zusätzlich zu Saunen, Dampfbädern und Pools runden vermehrt Geräte für Kälte-, Licht-, Sauerstoff- und Drucktherapien das Angebot ab. Weiter werden Medical Wellness, Regenerations- und Präventionsprogramme ausgebaut. Spezialisierte Retreats (Rückzugsorte) für Körper, Geist und Seele bieten darüber hinaus Schulungen und Trainings für Sport, Yoga und Meditation sowie medizinische Checks und personalisierte Ernährungskonzepte an.

Das Research von Boedecker.Colleagues verdeutlicht, dass für alle Angebotserweiterungen fundierte kommunikative Unterstützung erforderlich ist. Gleichzeitig lassen sich Strategien entwickeln und implemenitieren, um mit Longevity-Tourismus Nischenmärkte außerhalb der Hochsaison zu erschließen, höhere Auslastungsquoten zu erzielen sowie über entsprechende touristische Produkte eine stärkere Markendifferenzierung zu erreichen.

Immobilien, Stadtentwicklung, Ortsmarken

Auch entwickeln Immobilienunternehmen optimierte Wohnformen und -anlagen für die aktive „Silver Generation“. Diese hat das Pensionsalter bereits erreicht, ist aber nicht pflegebedürftig. Entsprechend verstehen sich die Immobilien (Longevity Properties) als „Gegenentwurf“ zu den herkömmlichen Alten- und Pflegeheimen. Mit speziell abgestimmten Zusatzangeboten sind sie auf Co-Living-Erlebnisse und gesunde Langlebigkeit ausgerichtet. Dabei reicht das Spektrum von Wohngemeinschaften, über Mehrgenerationen-Wohnprojekte, bis zu Mixed-Used-Konzepten im Clubstyle mit Service-Wohnen, großzügigen Gemeinschaftsflächen und Gastronomie, Spa, Sauna und Fitness. Nach aktuellen Studien ist die Mehrheit der Deutschen für derartige neue Wohnformen aufgeschlossen. Das Research von Boedecker.Colleagues unterstützt Investoren und Betreiber, entsprechende Geschäftsmodelle aus Sicht der Zielgruppen zu optimieren.

Um die Gesundheitssysteme zu entlasten, wird der Gedanke einer gesunden Langlebigkeit zunehmend auch in die Stadtplanung integriert beziehungsweise mit anderen Nachhaltigkeitszielen kombiniert. Dies führt beispielsweise zum Schaffen von grün-blauen Infrastrukturen mit öffentlichen Parks und Wasserflächen, um körperliche Aktivitäten der Bevölkerung sowie die Klimaresilienz von Kommunen zu fördern. Weiterer Aspekt ist das verstärkte Angebot von Gemeinschaftsflächen und Möglichkeiten zur sozialen Interaktion bei der Quartiersentwicklung. Darüber hinaus ist in Rahmen von Stadtentwicklung und Innenstadtbelebung auch ein Trend zu „Longevity Clustern“ zu erkennen. In zentraler Lage fassen diese unterschiedliche Angebote für Gesundheit und Wohlbefinden räumlich zusammen. Neben spezialisierten Einzelhandel und Gastronomie sind auch Fitness- und Wellness-Anbieter, Medizinische Versorgungszentren und auf gesunde Langlebigkeit spezialisierte Service- und Beratungsunternehmen zu finden. Erlebnisorientiert können die Kunden nicht nur kaufen, sondern sich auch informieren und vernetzen.

Nicht zuletzt ist das Thema gesunde Langlebigkeit beziehungsweise Longevity auch in Ortsmarken für Städte, Gemeinden, Regionen und Reiseziele (Destinationen) einzubinden. Dabei lässt sich sowohl das Erstellen als auch das Vermarkten entsprechender Leistungsbündel kommunikativ unterstützen. Zudem kann im Rahmen des Place Brandings das Profil der jeweiligen Kommune um emotionale Nutzendimensionen der Gesundheitsvorsorge angereichert werden.

Aktuelle Markttrends

Unabhängig von ethischen Fragen: Viele Angebote mit dem Versprechen von Longevity bleiben wahrscheinlich eher dem Luxussegment vorbehalten, da die Krankenversicherungen die Kosten für bestimmte Untersuchungen, Therapien sowie Lifestyle-Anwendungen nicht übernehmen. Gleichzeitig wächst die Zahlungsbereitschaft für kostengünstige und damit niedrigschwellige Gesundheitsdienstleistungen sowie Nahrungsergänzungsmittel, die im Einzelhandel angeboten werden. Selbstoptimierung und Vorsorge sind erkennbar im „Massenmarkt“ angekommen.

Dies führt insgesamt zu Transformationsprozessen; unter anderem werden analoge Angebote zur Gewichtsreduzierung sowie nicht hinreichend differenzierte Sportangebote verdrängt. Dadurch bestehen für Unternehmen vielfältige Ansatzpunkte, um Leistungsangebot und Positionierung unter Berücksichtigung von Longevity zu optimieren beziehungsweise neue Geschäftsmodelle zu entwickeln.

Boedecker.Colleagues unterstützen Sie mit Research-Leistungen, passende Ideen zu finden sowie für Strategieentwicklung, Marken- und Innovationsmanagement, Unternehmens- und Finanzkommunikation sowie Personalmarketing zu konkretisieren. Dabei besteht für uns auch die Möglichkeit von Kooperationen.

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