Research | Longevity | Gesunde Langlebigkeit
Strategien und Konzepte für Wohlbefinden und Lebenslust
Gesund ein hohes Alter erreichen. Aus diesem Wunsch vieler Menschen ist in den letzten Jahren das facettenreiche Megathema „gesunde Langlebigkeit“ beziehungsweise „Longevity“ entstanden. Bis zum Lebensende sollen umfassendes Wohlbefinden und Lebenslust erhalten und vielleicht sogar gesteigert werden. Besonders im Fokus stehen Gehirngesundheit (Brain Health) über alle Lebensphasen sowie das Vermeiden typischer Alterserkrankungen (Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Krebs, Diabetes, neurodegenerative Erkrankungen). Dazu beitragen können ein über Ernährung, Sport und Bewegung, Schlaf und emotionalen Ausgleich (psychosoziale Hygiene) optimierter Lebensstil sowie eine auch technologisch immer leistungsfähigere Präventionsmedizin.
Boedecker.Colleagues bieten Unternehmen und Kommunen umsetzungsorientierte Beratung, um mit diesem allgemeinen Gesundheits- und Wellnesstrend verbundene spezifische Chancen der Gesundheitsförderung zu entdecken und zu realisieren. Entsprechend dem Leitgedanken der Salutogenese rücken wir dabei Leistungsangebote und Zusammenhänge in den Fokus, die umfassendes körperliches, geistiges und soziales Wohlbefinden erhalten. Dazu entwickeln und optimieren wir mit unseren Kunden erste Geschäftsideen, Geschäftsmodell, Unternehmens- und Markenstrategie. Wir unterstützen sie bei Innovationsmanagement, Unternehmens- und Finanzkommunikation sowie Personalmarketing. Die jeweiligen Projekte basieren auch auf unserem begleitenden Research, dessen bisherigen Ergebnisse auf dieser Seite grob zusammengefasst sind. Gern diskutieren und vertiefen wir diese mit Ihnen. Sprechen Sie uns einfach darauf an!
Longevity als neuer Lebensstil
Tatsächlich haben sich die Begriffe gesunde Langlebigkeit und Longevity noch nicht in allen Teilen der deutschen Gesellschaft durchgesetzt. Auch bestehen bisher nur wenige ganzheitliche und personalisierte Leistungsangebote, um die Zahl der Lebensjahre mit möglichst vollständigem Wohlbefinden zu steigern. Dennoch verändert ein aus dem Longevity-Gedanken entstandener allgemeiner Gesundheits- und Wellnesstrend das Leben der Menschen, Branchen und Märkte.
Besonders deutlich wird dies bei Ernährung, Sport und Bewegung. Schlafoptimierung und emotionaler Ausgleich ziehen aktuell spürbar nach. Und sogar für die gesetzlichen Krankenversicherungen gewinnt die Präventionsmedizin an Bedeutung. Öffentliche Beachtung findet zudem die Epigenetik und damit der Einfluss von Ernährung und anderen Umweltfaktoren auf die Steuerung des menschlichen Erbguts.
Das Streben nach gesunder Langlebigkeit und Longevity entwickelt sich zum neuen Lebensstil und zur Selbstverständlichkeit. Vor diesem Hintergrund werden unterstützende Leistungsangebote als „Investitionen in die Zukunft“ verstärkt nachgefragt. Zumindest für Teile der jüngeren Generation ist Gesundheit inzwischen auch Statussymbol. Im deutschsprachigen Raum zählt inzwischen fast jeder Dritte zu den „Health Informers“, die sich aktiv über Themen der gesunden Langlebigkeit informieren. Etwa ebenso hoch ist der Anteil der Menschen unter 45 Jahren, der zukünftig mehr Geld für das eigene Wohlbefinden ausgeben möchte.
Drei Viertel der Bevölkerung haben in den letzten Jahren das Bewusstsein für Prävention gesteigert. Entsprechend verschieben sich auch die Erwartungen an die Heilberufe. Gesundheitliche Selbstoptimierung (Biohacking) steht hoch im Kurs. Dazu zählen auch Gesundheits-Apps sowie verschreibungsfähige Digitale Gesundheitsanwendungen (DiGA). Innovative Medikamente, Wirkstoffe und Therapien sollen typische „Alterserkrankungen“ verhindern und heilen, die Zellalterung stoppen sowie das Neubilden von gesunden Zellen unterstützen.
Gleichzeitig strahlt das Thema Longevity in viele andere Lebens- und Wirtschaftsbereiche aus. Entsprechend sind diese bei Strategie und Kommunikation zu berücksichtigen. Segmentspezifisch könnte die nachvollziehbare Beachtung von gesunder Langlebigkeit in zahlreichen Branchen mittelfristig zu den Basisfaktoren für Kunden- und Mitarbeiterzufriedenheit zählen.
Nicht zuletzt wächst die Zahl der Menschen, die ein höheres Lebensalter zumindest im weitgehenden Wohlbefinden und mit entsprechenden Erwartungen erleben. Sie sind damit gegebenenfalls Zielgruppe; bisher galten sie als nicht werberelevant und sollten daher „entdeckt“ werden.
Ernährung, Lebensmittel, Hersteller und Einzelhandel
Gesündere Ernährung genießt aufgrund von Longevity aktuell große gesellschaftliche Aufmerksamkeit. Immer mehr Menschen geben dafür zusätzlich Geld aus. Der Konsum traditioneller Lebensmittel wie Fleisch und Bier ist rückläufig. Gleichzeitig entstehen neue Produktkategorien und Anbieter. Ein Beispiel sind Lebensmittel, die zusätzliches Kollagen, Biotin, Kreatin und Zink enthalten. Auch nimmt die Nachfrage nach Lebensmitteln mit Prä- bzw. Probiotika zu; beispielsweise sollen Limonaden durch Ballaststoffe die Darmgesundheit steigern. Entsprechende Transformationen werden entlang der gesamten Wertkette von Landwirtschaft, über Lebensmittelproduktion und Lebensmittelhandel bis zur Außer-Haus-Verpflegung mit Gastronomie und institutionalisierter Gemeinschaftsverpflegung sichtbar.
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Nahrungsergänzungsmittel
Deutlich wächst seit der Corona-Pandemie das Geschäft mit konzentrierten Makro- und Mikronährstoffen sowie sekundären Pflanzenstoffen. Obwohl diese strenggenommen der Naturheilkunde und Komplementärmedizin zuzurechnen sind, werden sie in Deutschland als Lebensmittel und damit freiverkäufliche Nahrungsergänzungsmittel (Nutritional Supplements) eingestuft. Das Angebot erfolgt beispielsweise als Sportnahrung (Fitness Supplements), Pflanzen- und Kräuterextrakt. Sicherheit und Zulassung regelt die Novel-Food-Verordnung (EU) 2015/2283. Diese betrifft essbare Dinge, die vor dem 15. Mai 1997 nicht groß im Land gegessen wurden, neue Herstellungsarten haben oder aus anderen Ländern stammen.
Der Verkauf erfolgt über Apotheken und Drogeriemärkte, Biofachhandel, Reformhäuser und übrigen Lebensmitteleinzelhandel, Online-Shops und Strukturve. rtriebe. Jährlich kommen etwa 8000 neue Nahrungsergänzungsmittel auf den Markt. Rund 80 Prozent der Bevölkerung haben derartige Präparate bereits genutzt. Jeder Dritte - insbesondere Menschen unter 30 Jahren - nimmt sie täglich. Entsprechend hoch ist oftmals der Umsatzanteil im Handel. Jedoch liegt der deutsche Pro-Kopf-Umsatz im internationalen Vergleich noch deutlich zurück.
Nach Studien ist die deutsche Bevölkerung zwar grundsätzlich gut mit Nährstoffen versorgt. Dennoch sind bei einzelnen Bevölkerungsgruppen Mängel feststellbar. Die Einnahme der Nahrungsergänzungsmittel erfolgt jedoch überwiegend ohne eine entsprechende Diagnose. Zudem werden teilweise auch Vorteile einer Überdosierung vermutet.
Ganz generell gibt es den Trend zu einer personalisierten Ernährung. Diese geht einher mit einer umfassenden Gesundheitsberatung, um Mängel und Vorboten von Krankheiten frühzeitig zu erkennen. Trotz digitaler Gesundheitslösungen dürfte sie den Bedarf an Ernährungswissenschaftlern und spezialisierten Ärzten deutlich steigen lassen.
Sport und Bewegung, Fitness und Wellness
Vom allgemeinen Trend zu gesunder Langlebigkeit beziehungsweise Longevity profitieren auch Angebote für Sport und Bewegung. Selbstoptimierung und Vorsorge lassen viele Menschen nach neuen Leistungsangeboten suchen. Wesentliche Aspekte sind physische Fitness sowie Stressbewältigung. Die Weltgesundheitsorganisation empfiehlt 150 Minuten sanfte oder 75 Minuten intensive Ausdauerbelastung pro Woche und zusätzlich zweimal mindestens 20 Minuten Krafttraining. Primär resultieren daraus Chancen für Sportvereine und Fitness-Clubs, Hotellerie und Tourismus. Erste auf gesunde Langlebigkeit spezialisierte Clubs stehen in Deutschland vor dem Start. Gleichzeitig eröffnen sich durch innovative Technologien sowie Digitalisierung neue Geschäftsfelder. Und nicht zuletzt ergeben sich relevante Verknüpfungsmöglichkeiten.
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Mentales Wohlbefinden, Lebenslust, emotionaler Ausgleich
Die Bedeutung von mentalem Wohlbefinden (Mentale Fitness) und Lebenslust für gesunde Langlebigkeit beziehungsweise Longevity wird in den letzten Jahren zunehmend deutlich. Von der AOK für das Jahr 2025 durchgeführte Analysen zeigen, dass psychische Erkrankungen zwar nur wenige Prozent der Krankschreibungen verursachen. Daraus resultieren jedoch durchschnittlich fast 30 Ausfalltage beziehungsweise über 40 Prozent der gesamten Ausfallzeiten. Andere Untersuchungen verdeutlichen, das eine lebenjahende Einstellung beziehungsweise Lebenslust die durchschnittliche Lebensdauer deutlich verlängert.
Positiv wirken sich offenbar soziale Kontakte, Optimismus und Lebenssinn, Stressmanagement und ausreichend Schlaf auf das mentale Wohlbefinden aus. Alle Faktoren stärken die persönliche Widerstandsfähigkeit (Resilienz). Sie vermeiden damit chronischen bzw. „oxidativen Stress“. Dieser führt zu einem Überschuss des Stresshormons Cortisol sowie in der Folge Schlafstörungen, Gewichtszunahme und Erschöpfung. Dadurch können neben psychische Erkrankungen (u.a. Abhängigkeitserkrankungen, Depression, Essstörungen) auch „Silent Inflammation“ beziehungsweise Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Stoffwechselstörungen entstehen.
Derzeit analysiert das Research von Boedecker.Colleagues verschiedene Themen rund um Stress und Stressmanagement. Ein Schwerpunkt sind Leistungsangebote, um durch Einsamkeit entstehenden Stress zu vermeiden sowie tiefere soziale Kontakte zu fördern. Zudem beschäftigen wir uns mit Programmen zur individuellen Förderung von Achtsamkeits- und Entspannungstechniken wie Yoga oder Meditation.
Weiter analysieren wir im Rahmen des Krisen- und Innovationsmanagements, wie betriebliche Stressursachen durch Optimieren von Leistungsangebot und Leistungserstellung zu beseitigen sind sowie das mentale Wohlbefinden von Mitarbeitenden durch Unternehmenskultur, Führungsverhalten und Empowerment zu steigern ist. Ergebnis kann auch die Unterstützung der Mitarbeiter in psychisch belastenden Situtationen (Employee Assistance Program, EAP) sein. Offenbar bestehen deutliche Zusammenhänge zwischen derartigen Aktivitäten und Angeboten sowie der intern wie extern wahrgenommenen Arbeitgeberattraktivität (Arbeitgebermarke).
Schlaf und Schlafoptimierung
Gesunder Schlaf hat eine Schlüsselfunktion für körperliches und mentales Wohlbefinden sowie Langlebigkeit (Longevity). Denn der Körper nutzt die verschiedenen Schlafphasen für vielfältige Prozesse. Beispielsweise werden Muskeln aufgebaut und Zellen regeneriert, Stress abgebaut und die Gehirnleistung optimiert. Andererseits belasten Schlafprobleme auch die generelle Leistungsfähigkeit; Schlafoptimierung ist daher auch Teil der betrieblichen Gesundheitsförderung.
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Präventionsmedizin: Ärzte, Kliniken, Therapeuten, Gesundheitsservices
Gesunde Langlebigkeit setzt auch die Fähigkeiten voraus, Krankheiten zu vermeiden beziehungsweise frühzeitig zu erkennen und zu heilen. In der ärztlichen Versorgung dürften sich dadurch die Gewichte weiter von der kurativen Versorung erkannter Krankheiten hin zu Risikoprävention und frühzeitigem Gegensteuern verschieben. Mittelfrist erscheint eine Neubewerbung von Präventions- und Rehabilitationsmedizins möglich. Longevity wird vom Fachgebiet einzelner Ärztinnen oder Ärzte zu einer generellen Grundhaltung der medizinischen Versorgung. Parallel wächst der Markt für niederschwellige Gesundheitsservices und lockt neue Marktteilnehmer an.
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Gesundheitstechnologien, digitale Gesundheitstrainings
Gesundheitstechnologien (Health Tech) und mobile Anwendungen (Gesundheits-Apps, Wearables) haben sich auch in Bezug auf gesunde Langlebigkeit beziehungsweise Longevity zu einem relativ schnell wachsenden Geschäftsfeld entwickelt. Sie werden als „Software as a Service (SaaS)“ angeboten. Im Mittelpunkt der Fitness-, Wellness- und Coaching-Apps steht das Optimieren von persönlichen Verhaltensweisen (Biohacking) sowie daraus resultierende Prävention und Gesundheit. Vor diesem Hintergrund werden beispielsweise Bewegung, Schlaf und Sauerstoffsättigung „getrackt“.
Ein möglicher Aspekt ist beispielsweise das kontinuierliche Überwachen von Herz-Kreislauf-Funktionen oder Blutzuckergehalt. Aus dem „Biofeedback“ lassen sich für die Ernährung selbständig Lerneffekte ableiten. In einem weiteren Schritt können Spezialisten die Messergebnisse interpretieren, um als „Health-Coaches“ personalisierte Ernährungs- und Bewegungsempfehlungen zu geben. Perspektivisch ist dies auch automatisiert auf Basis Künstlicher Intelligenz sowie im Rahmen der Telemedizin möglich.
Zunehmende Bedeutung erlangen von Arbeitgebern finanzierte Gesundheits-Apps für mentales Wohlbefinden (Mental Health). Meist basieren diese auf der kognitiven Verhaltenstherapie und vermitteln im Rahmen der „Psychoedukation“ interaktive Strategien zur Stress- und Angstbewältigung sowie Schlafoptimierung. Damit lassen sich von Mitarbeitenden zum Steigern psychischer Widerstandsfähigkeit verstärkt nachgefragte „Mental-Health-Benefits“ anbieten. Gleichzeitig ist den durch Einflüsse der VUCA-Welt steigenden Fehlzeiten gegenzusteuern. Psychische Erkrankungen verursachen nach einer von der AOK für das Jahr 2025 durchgeführten Analyse zwar nur wenige Prozent der Krankschreibungen. Daraus resultieren jedoch durchschnittlich fast 30 Ausfalltage beziehungsweise über 40 Prozent der gesamten Ausfallzeiten.
Über die Mental-Health-Apps werden psychologische Gruppensessions, digitale Vorträge, Workshops und Trainings angeboten. Beispielsweise werden Mitarbeitende niederschwellig in ihren metakognitiven Fähigkeiten trainiert. Sie sollen dadurch in die Lage versetzt werden, eigene kognitive Prozesse, Lernstrategien und Arbeitsweisen bewusster zu reflektieren und zu steuern. Nachfolgend können sie durch erleichterte Konzentration und effektiveres Stressmanagement Burnout und Erschöpfung vermeiden. Mittelbar helfen die Trainings den Unternehmen, sich vor Fluktuation und Imageschäden, Abfindungszahlungen und gerichtlichen Auseinandersetzungen zu schützen. Letztlich dient das betriebliche Angebot von Mental-Health-Apps dem unternehmerischen Risikomanagement.
Strategisch könnten entsprechende Trainings des mentalen Wohlbefindens zukünftig auch unter dem Gesichtspunkt des „Brain Capitals“ an Bedeutung gewinnen. Dieses Anfang 2026 bekannt gewordene Konzept zum Entwickeln von Humankapital zielt darauf, menschliche und künstliche Intelligenz optimal zu verbinden. Ein wesentlicher Aspekt ist dabei, in einer sich rasant verändernden VUCA-Welt die Gesundheit und Funktionsfähigkeit des menschlichen Gehirns zu erhalten. Parallel werden kognitive, soziale und selbstführungsbezogene Kompetenzen der Mitarbeitenden entwickelt, um individuell Anpassungs- und Lernfähigkeit sowie unternehmensbezogen Zusammenarbeit und Innovationen zu optimieren.
Unter bestimmten Voraussetzungen unterstützen auch die gesetzlichen Krankenkassen die Nutzung von Gesundheits-Apps: Als Digitale Gesundheitsanwendungen (DiGA) sind diese auf bestimmte Krankheitsbilder (Indikation) abgestimmt. Entsprechend lassen sie sich als digitale Therapeutika seit dem Jahr 2020 von Ärzten oder Psychotherapeuten als „App auf Rezept“ verordnen. Voraussetzung ist, dass die DiGA in das Verzeichnis des Bundesinstituts für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) aufgenommen werden. Nach einer Erprobungsphase müssen sie in wissenschaftlichen Studien ihre Wirksamkeit beweisen.
Anwendungsfelder sind beispielsweise Diabetologie, Gynäkologie, Kardiologie, Logopädie, Psychotherapie und Physiotherapie. Von anfalIenden therapierelevanten Daten lassen sich in der Regel einfache Datenauszüge für die behandelnden Ärzte erstellen sowie in elektronische Patientenakten (ePA) einstellen. Die Vergütung der Software-Hersteller ist ab dem Jahr 2026 auch von anwendungsbegleitenden Erfolgsmessungen abhängig. Nach Einschätzung von Boedecker.Colleagues wird dies zu einem erhöhten Qualitätswettbewerb durch inklusive Technik sowie einfache Bedienmöglichkeiten beitragen. In Studien wird aktuell geklärt, ob durch DiGAs die medizinische Versorgung sowie die gesunde Langlebigkeit in ländlichen Räumen optimiert werden können. Anbieterseitig ist das Entstehen von Oligopolstrukturen mit „DiGA-Manufakturen“ zu beobachten.
Langlebigkeitsmedizin
Nicht zuletzt fällt unter Longevity auch das Entwickeln von innovativen Wirkstoffen und Medikamenten. Davon soll ein Teil primär alterstypischen Krankheiten vorbeugen oder diese behandelbar machen. Sogenannte Systemwirkstoffe lassen sie sich aber gelegentlich auch als Lifestyle-Medikament einsetzen. Voraussetzung für Marktzulassungen beispielsweise nach Arzneimittelgesetz sind anerkannte medizinische Indikationen; im Vorfeld ist ein Einsatz nur im Rahmen von Härtefall-Programmen oder individuellen Heilversuchen möglich. In der sogenannten „Entwicklungs-Pipeline“ von Biotechnologie-Unternehmen sind unter anderem Mittel gegen Krebs, Typ-2-Diabetes, Alzheimer, Parkinson und Schlaganfälle.
Ein anderer Teil von Medikamenten hat allein das Ziel der Langlebigkeit. Er soll die Zellalterung (z.B. durch Zellreinigung) stoppen oder sogar umkehren bzw. die Neubildung von Zellen unterstützen. Unter Einsatz Künstlicher Intelligenz sollen dafür das Zusammenwirken der bis zu 40 Billionen menschlichen Zellen und ihre zwei Milliarden chemischen Reaktionen pro Sekunde besser verstanden werden. Aktuell arbeiten schätzungsweise 200 Biotech-Unternehmen auf der Basis von Risikokapital (Venture Capital) an derartigen Konzepten; der entscheidende Durchbruch zur Unsterblichkeit wird von einigen Spezialisten für das kommende Jahrzehnt erwartet.
Tourismus, Hotels, Gastronomie
Darüber hinaus werden Aspekte der gesunden Langlebigkeit für Innovationen mit ganzheitlichen Leistungen aufgegriffen. In Tourismus und Hotellerie werden bereits bekannte Spa- und Wellness-Angebote erweitert. Zusätzlich zu Saunen, Dampfbädern und Pools runden vermehrt Geräte für Kälte-, Licht-, Sauerstoff- und Drucktherapien das Angebot ab. Weiter werden Medical Wellness, Regenerations- und Präventionsprogramme ausgebaut. Spezialisierte Retreats (Rückzugsorte) für Körper, Geist und Seele bieten darüber hinaus Schulungen und Trainings für Sport, Yoga und Meditation sowie medizinische Checks und personalisierte Ernährungskonzepte an.
Das Research von Boedecker.Colleagues verdeutlicht, dass für alle Angebotserweiterungen fundierte kommunikative Unterstützung erforderlich ist. Gleichzeitig lassen sich Strategien entwickeln und implemenitieren, um mit Longevity-Tourismus Nischenmärkte außerhalb der Hochsaison zu erschließen, höhere Auslastungsquoten zu erzielen sowie über entsprechende touristische Produkte eine stärkere Markendifferenzierung zu erreichen.
Immobilien, Placemaking, Stadtentwicklung, Ortsmarken
Das Zusammendenken von Architektur, Design und Gesundheit hat bereits lange Tradition. Relativ neu sind optimierte Wohnformen und -anlagen für die aktive „Silver Generation“. Diese hat das Pensionsalter bereits erreicht, ist aber nicht pflegebedürftig. Entsprechend verstehen sich die Immobilien (Longevity Properties) als „Gegenentwurf“ zu den herkömmlichen Alten- und Pflegeheimen. Mit speziell abgestimmten Zusatzangeboten sind sie auf Co-Living-Erlebnisse und gesunde Langlebigkeit ausgerichtet. Dabei reicht das Spektrum von Wohngemeinschaften, über Mehrgenerationen-Wohnprojekte, bis zu Mixed-Used-Konzepten im Clubstyle mit Service-Wohnen, großzügigen Gemeinschaftsflächen und Gastronomie, Spa, Sauna und Fitness. Nach aktuellen Studien ist die Mehrheit der Deutschen für derartige neue Wohnformen aufgeschlossen. Das Research von Boedecker.Colleagues unterstützt Investoren und Betreiber, entsprechende Geschäftsmodelle aus Sicht der Zielgruppen zu optimieren.
Um die Gesundheitssysteme zu entlasten, wird der Gedanke einer gesunden Langlebigkeit zunehmend auch in Architektur und Stadtplanung integriert beziehungsweise mit anderen Nachhaltigkeitszielen kombiniert. Primär geschieht dies oft, um Folgen des Klimawandels zu bewältigen und damit die Resilienz der Kommunen zu stärken. Darüber hinaus verdeutlichen aktuelle wissenschaftliche Untersuchungen, dass die gebaute Umwelt beziehungsweise multisensorische Umgebungen auch die kognitive Leistungsfähigkeit beeinflusst. Sie formt Gedanken, Erinnerungen und Emotionen und nimmt damit Einfluss auf Physiologie und Psychologie.
Dies führt beispielsweise zum Schaffen von grün-blauen Infrastrukturen mit öffentlichen Parks und Wasserflächen. Diese haben unmittelbaren Einfluss auf Blutdruck, Herzfrequenzvariabilität, Cortisolspiegels, Aufmerksamkeitsfähigkeit und Stimmung. Gleichzeitig fördern sie körperliche Aktivitäten der Bevölkerung sowie die Klimaresilienz von Kommunen. Weiterer Aspekt ist das Schaffen von Gemeinschaftsflächen und Möglichkeiten zur sozialen Interaktion bei Quartiersentwicklung und Placemaking, das Boedecker.Colleagues auch im Rahmen der Stadterneuerung konzeptionell unterstützen.
Darüber hinaus ist in Rahmen von Stadtentwicklung und Innenstadtbelebung auch ein Trend zu „Longevity Clustern“ zu erkennen. In zentraler Lage fassen diese unterschiedliche Angebote für Gesundheit und Wohlbefinden räumlich zusammen. Neben spezialisierten Einzelhandel und Gastronomie sind auch Fitness- und Wellness-Anbieter, Medizinische Versorgungszentren und auf gesunde Langlebigkeit spezialisierte Service- und Beratungsunternehmen zu finden. Erlebnisorientiert können die Kunden nicht nur kaufen, sondern sich auch informieren und vernetzen.
Nicht zuletzt ist das Thema gesunde Langlebigkeit beziehungsweise Longevity auch in Ortsmarken für Städte, Gemeinden, Regionen und Reiseziele (Destinationen) einzubinden. Dabei lässt sich sowohl das Erstellen als auch das Vermarkten entsprechender Leistungsbündel kommunikativ unterstützen. Zudem kann im Rahmen des Place Brandings das Profil der jeweiligen Kommune um emotionale Nutzendimensionen der Gesundheitsvorsorge angereichert werden.
Aktuelle Markttrends
Unabhängig von ethischen Fragen: Viele Angebote mit dem Versprechen von Longevity bleiben wahrscheinlich eher dem Luxussegment vorbehalten, da die Krankenversicherungen die Kosten für bestimmte Untersuchungen, Therapien sowie Lifestyle-Anwendungen nicht übernehmen. Gleichzeitig wächst die Zahlungsbereitschaft für kostengünstige und damit niedrigschwellige Gesundheitsdienstleistungen sowie Nahrungsergänzungsmittel, die im Einzelhandel angeboten werden. Selbstoptimierung und Vorsorge sind erkennbar im „Massenmarkt“ angekommen.
Dies führt insgesamt zu Transformationsprozessen; unter anderem werden analoge Angebote zur Gewichtsreduzierung sowie nicht hinreichend differenzierte Sportangebote verdrängt. Dadurch bestehen für Unternehmen vielfältige Ansatzpunkte, um Leistungsangebot und Positionierung unter Berücksichtigung von Longevity zu optimieren beziehungsweise neue Geschäftsmodelle zu entwickeln.
Boedecker.Colleagues unterstützen Sie mit Research-Leistungen, passende Ideen zu finden sowie für Strategieentwicklung, Marken- und Innovationsmanagement, Unternehmens- und Finanzkommunikation sowie Personalmarketing zu konkretisieren. Dabei besteht für uns auch die Möglichkeit von Kooperationen.
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